Teil eines Werkes 
2. Th. (1848)
Entstehung
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durch die Stadt glich einem Triumphzuge. Das Hände⸗ klatſchen und Bravogeſchrei riß gar nicht ab. Hier und da rief man auch:Die beleidigte Majeſtät der Nation muß gerächt werden. Unter Trommelwirbel und mit fliegenden Fahnen verließ der Volkshaufe die Stadt, welche gleich darauf in ein erwartungsvolles Schweigen verſank.

In Verſailles dachte niemand an eine weitere Folge des 1. Octobers, geſchweige denn an eine ſo ungeheure. Die Ständeverſammlung lauerte eben auf die königliche Ge⸗ nehmigung der Menſchenrechte und der erſten Verfaſſungs⸗ artikel. Als die Antwort des Königs verleſen war, ent⸗ ſtand zuerſt ein leiſes Murren und dann ſtand ein Mitglied mit Anklagen gegen die Feſtgeber vom 1. Oct. auf und brachte die Beſchimpfung der Nationalcocarde zur Sprache. Das Gemurmel wuchs.Man klage nicht ein ganzes Corps an, rief der Herr von Monſpey,ſondern nenne die Schuldigen, um ſie zur verdienten Rechenſchaft zu ziehen! Pétion und Mirabeau erhoben ſich nach dieſen Wor⸗ ten zugleich, aber Letzterer erhielt das Wort und ſprach: Ich halte eine ſolche Denunciation für äußerſt unpo⸗ litiſch; will man ſte aber nicht fallen laſſen, ſo beantrage ich ein Decret, daß nur die Perſon des Königs unver⸗ letzlich ſei. Alles war erſtarrt über eine ſolche Kühn⸗