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Am ſchlimmſten erging es vor dem Stadthauſe dem ar⸗ men Maillard, welchem es nicht in den Sinn kam die Andeutungen Théroigne's zu realiſiren und die Frauen in ein Kriegsheer umzugeſtalten. Er ward furchtbar um⸗ drängt und konnte ſich erſt nach vielen Bemühungen Ge⸗ hör verſchaffen. Zunächſt ſagt er den Frauen, daß im Arſenal keine Waffen mehr wären, und dann erhebt er unter allgemeinem Schweigen ſeine Stimme, ſo daß er von der ganzen Verſammlung verſtanden werden kann. Er ſagt im Weſentlichen Folgendes:
„Meine Freundinnen, wir ziehen nach Verſailles, um uns der Nationalverſammlung bittend zu nahen; Brod und Gerechtigkeit begehren wir...“
„Brod und Gerechtigkeit!“ ſchrien die Weiber.
„Käme nun ein Bittender zu Euch, meine Freundin⸗ nen, mit dem Säbel in der Fauſt, was würdet Ihr ant⸗ worten? Als Bittende müſſen wir unbewaffnet kommen... (Gemurmel)... Ja,“ rief Maillard noch lauter, „wir dürfen nicht mit den Waffen in der Hand vor der Nationalverſammlung erſcheinen, als wollten wir ihr Geſetze vorſchreiben! Wie könnten wir hoffen gehört zu werden, wenn wir ertrotzen ſtatt bitten wollten! Soll ich Euer Anführer ſein, ſo legt Eure Waffen nieder! Hier
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ſind die meinigen—!
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