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Kanonen herangezogen und beſpannt worden. Maillard hielt zu Pferde davor und wollte ſprechen. Allein der Lärm und das ewige Geſchrei:„Es lebe Maillard, der Held der Baſtille! Er ſei unſer Anführer!“ verhin⸗ derte ihn daran.
Während er noch ſo in einiger Verlegenheit dahielt, erſchien neben ihm auf ſtattlichem Roß ein junger Offi⸗ cier, deſſen Aeußeres außerordentlich reizend war. Er nahm die Blicke aller Umſtehenden in Anſpruch und winkte mit der Hand. Es entſtand einige Ruhe, ſo daß er ſprechen konnte, und er ließ ſich ſo vernehmen:
„Unſre Zeit iſt die der Gegenſätze. Früher herrſchten die Vornehmen, jetzt das Volk; früher ſtanden viele, jetzt ſteht gar niemand über dem Geſetz; früher ſahen die Männer auf Ordnung und Recht, jetzt müſſen es die Weiber thun...“
„Ein langes Bravogeſchrei unterbrach die Rede. Bald aber erhob der Redner ſeine Stimme auf's neue:
„Ich ſehe hier in den Händen der Frauen allerhand Waffen, womit Brod und der König erobert werden ſol⸗ len...(Beifall)... Der wackre Maillard an meiner Seite, welcher ſeine Pflicht als tapfrer Mann gethan hat und noch thut, brennt vor Verlangen uns da⸗


