dem St. Ludwigskreuz, am Hute des Adjutanten die drei⸗ farbige Cocarde erblickte, näherte er ſich ihm mit verächt⸗ licher Miene und ſprach:„Die alſo tragen Sie? Wäh⸗ nen Sie denn, daß der größte Theil Ihres Corps wie Sie denkt?“—„Sicherlich glaube ich das,“ antwortete Mettereau,„und es iſt ſehr unſchicklich, daß Sie im Hauſe des Königs dieſe Frage an mich thun und ſich ſo benehmen!“ Zorn und Verachtung im Blicke rannte der Officier davon und der Adjutant kehrte in's Oeil⸗de⸗boeuf zurück. Hier ſtieß er auf einen Hauptmann der National⸗ garde, der eine gewaltige weiße Cocarde auf dem Hute trug. Auf Befragen antwortete dieſer, er ſei von den Damen damit geſchmückt worden. Mettereau verhehlte ihm ſeine Verwunderung nicht, ſchritt aber gleich darauf in die große Galerie, wo ſich ihm drei Damen in den Weg ſtellten.„Es lebe die weiße Cocarde! Das iſt die echte!“ riefen ſie und wollten ihn nöthigen die ſeinige mit einer weißen zu verwechſeln. Der Adjutant zog ſich achſelzuckend und mit einem Blick der Verachtung zurück. Unterdeſſen ſuchte Lecointre, damaliger Diviſtons⸗ chef der Verſailler Bürgermiliz, welcher die Folgen eines ſolchen Treibens verhüten wollte, die beiden General⸗ Commandanten Eſtaing und Gouvernet zu vermö⸗ gen, daß ſie ſich in die Nationalverſammlung begäben,
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