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ſich im Hauſe des Königs ein ſolches Betragen erlauben! Dieſe Cocarden müſſen binnen acht Tagen verſchwunden ſein, oder alles iſt verloren!“ Dieſe Worte hörte der St. Ludwigsritter Cartouſitres, Schwiegerſohn der Straußwinderin der Königin, trat keck vor den Deputir⸗ ten hin und ſprach:„Die weißen Cocarden haben den Vorzug! Wer etwas dawider hat(hierbei griff er an den Degen), der hat es mit mir zu thun!“ Lecointre, welcher ſich in Necker's Hotel eines Auftrags zu ent⸗ ledigen hatte, kehrte dem Herausforderer verächtlich den Rücken und ſchritt kalt vorüber. Als er zurückkam, lauerte der Ludwigsritter noch auf derſelben Stelle und wollte den Deputirten zur Ausfechtung der Streitſache gern mit an den Schweizerteich haben.„Nein, nein,“ rief Le⸗ cointre,„hier auf der Stelle müſſen wir die Sache aus⸗ machen! Ziehe den Degen, elender Klopffechter! Glaube aber nicht, daß ich mit Dir nach den Regeln fechte; der Gewandteſte mag den Andern niederdolchen!“ Bei dieſen lautgeſprochenen Worten kamen Leute hinzu und trennten die Streitenden, die ſonſt einen allgemeinen Kampf hätten veranlaſſen können. Kurz darauf kam der Adjutant des Commandanten von Eſtaing(er hieß Mettereau) in's Schloß um ſeinen Vorgeſetzten aufzuſuchen. Da ein Officier der Gardes du Corps, gleichfalls geſchmückt mit 8 9*


