— 130—
„Es iſt mir eine große Freude geweſen, der National⸗ garde von Verſailles Fahnen überreichen zu laſſen. Die Nation und die Armee müſſen am König hangen, wie wir ſelbſt an ihnen hangen. Ich habe mich über den Donnerstag ſehr gefreut.“
„Die Königin billigt alſo die Scenen des geſtrigen Tages,“ dachten die guten Bürger ſchaudernd und die Verſchwornen mit herzlicher Freude. Letztere kannten nun in ihrer Kühnheit weder Maß noch Ziel. So kommt ein St. Louis⸗Ritter in der Nationalkleidung an die Ge⸗ mächer des Königs und wird zurückgewieſen, während vor ſeinen Augen mehrere Officiere von den Chaſſeurs in Uniform Zutritt erlangen. Zu einem Major in der Nationalfarbe ſagt ein Garde⸗Officier in Uniform:„Sie müſſen ſehr wenig Gefühl haben, daß Sie ein ſolches Gewand tragen!“ und weiſtt ihn an den königlichen Ge⸗
mächern zurück. In der Schloßgalerie vertheilen junge von Abbés umgebene Damen weiße Cocarden und ſagen zu den Empfängern:„Bewahren Sie dieſe Cocarde; es i*ſt die einzig echte, die einzig triumphirende.“ Nachdem die Empfänger Treue geſchworen hatten, wurden ſte von den Schönen zum Handkuß gelaſſen. Zu dieſem Schau⸗ ſpiel kam der Deputirte Lecointre, welcher eben zum Miniſter Necker gehen wollte, und rief:„Wie kann man
„W


