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Alles was Donnerstags den 1. October in Verſailles
vorgegangen war, wußte man den Freitag fruͤh in ge⸗ wiſſen Kreiſen der Hauptſtadt. Der Herzog von Or⸗ leans, von der Königin einſt perſönlich beleidigt, ſchickte ſeine Leute aus und Mirabeau ſpitzte ſchon den Mund auf eine Rede in der Nationalverſammlung. Und doch wußte man noch nicht, daß am Morgen des Freitags ein faſt noch tumultuariſcheres Gelag ſtattgefunden, wobei es wieder nicht an beleidigenden Ausdrücken gegen die Na⸗ tion gefehlt hatte.
In Verſailles ſelbſt war vor der Hand alles ruhig geblieben. Die Zufriedenheit war noch gewachſen, als die Königin der Verſailler Nationalgarde mehrere Fah⸗ nen zum Geſchenk zugeſandt hatte. Nun vertheilte die Municipalität drei Faß Wein an die Soldaten des Re⸗ giments Flandern und die Nationalgarde machte beim Zechen die Honneurs. Letztere machte auch nachher eine Viſite bei der Königin, um ſich für das von ihr erhal⸗ tene Geſchenk zu bedanken. Marie Antoinette aber, welche ſich um ſo weniger von der Souveränität trennen konnte, da es in Oeſtreich niemandem einfiel ihrem Bru⸗ der die ererbten Rechte ſtreitig zu machen, gab der De⸗ putation eine Antwort, welche auch in Verſailles böſes
Blut machte. Sie ſagte nämlich: 1789. II.


