ſehr feſten Charakter zu,“ ſagte das Fräulein Dulong; „die Wohlgeſinnten fürchten ſeinen unbeugſamen Sinn in den Discuſſionen und die Uebelgeſinnten nennen ihn ſpott⸗ weiſe den Gemäßigten..“
„Den Gemäßigten!“ rief die Königin bitter lachend: „und von ihm geht das Wort aus:„Ein Gott, eine Nation, ein König und eine Kammer!“
Beide Damen ſchwiegen, als ſte die Königin ſo ent⸗
rüſtet ſahen. Endlich wagte das Fräulein von Beau⸗
champ die Bemerkung:
„Es gefalle Ihrer Majeſtät zu bemerken, daß der er⸗ wähnte Deputirte wegen ſeiner Offenheit weniger ſtraf⸗ bar ſein dürfte als...“
„Unbedingte Annahme der beſchloſſenen Verfaſſungs⸗ artikel für ein bedingtes Veto, deſſen Ausübung noch dazu mit Gefahren verknüpft ſein wird! Und dies bietet man einem König, der ſchon vor einem halben Jahre ſein Silberzeug in die Münze geſchafft hat, um nur dem dringendſten Geldmangel augenblicklich abzuhelfen!...“
In dieſem Augenblicke ward ein Kammerherr gemel⸗ det, welcher Ihrer Majeſtät eine Mittheilung zu machen habe.
„Er trete ein!“ ſagte die Königin, ſich wieder an's Fenſter zu ihrem Buche ſetzend.
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