Teil eines Werkes 
2. Th. (1848)
Entstehung
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paar Gänge zu machen. Es ſchien ihr keine durchge⸗ führte Phantaſte gelingen zn wollen. Bald ſtand ſie vom ſammtnen Schemel wieder auf und wendete ſich an eine der Damen mit den Worten:

Sagen Sie doch, beſte Beauchamp, was ſpricht man in den niedern Regionen von der Nachgiebigkeit des Königs?

Man ſpricht, antwortete die Gefragte mit ſchneller Zunge,Seine Majeſtät der König verdiene wegen ſei⸗ ner Sanftmuth über ein dankbareres Volk zu herrſchen.

Wer ſagt das?

Ich habe es ſagen hören, als ich an der Küche vorüberging.

Die Königin erröthete leicht, als hätte ſte ein verletzen⸗ der Sarkasmus getroffen. Dann fragte ſte weiter:

Was ſagt man im Antichambre?

Da ſpricht man, Seine Majeſtät hätte der übertrie⸗ benen Gerüchte aus den Provinzen ſpotten, die gemachte Hungersnoth verachten und die Drohenden züchtigen ſollen, dürfte aber in nichts mehr nachgeben, wenn er die Uner⸗ ſättlichen nicht ermuthigen wolle.

Was iſt Rabaud St. Etien ne für ein Mann? fuhr die Königin beinahe haſtig fort.

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