— 113—
mir ſo ein unfreiwilliges Fußbad.— Mein Himmel! ſagte er, ſchob an mir vorüber und brüllte gleich wieder: Waſſer! Waſſer! Indem ich nun meine Beinkleider be⸗ trachtete, machte mich auf einer Seite ein Friſeur weiß und auf der andern ein Kohlenträger ſchwarz; ich wollte mich in ein Haus retten, als neben mir ein Wagen durch eine Pfütze fuhr und mich über und über mit Koth be⸗ ſpritzte; zugleich brach ſich die vorüberziehende Volks⸗ maſſe an mir und ein höflicher Incrohable, der mir einen gewaltigen Rippenſtoß verſetzt hatte, ſagte zu mir, indem er vorüberſchoß: Ich bitte tauſendmal um Verzeihung! Zum Glück fand ich in dem Hauſe, welches eben geöff⸗ net wurde, eine Nationalgarden⸗Uniform vacant, ſo daß ich mich wieder öffentlich zeigen konnte. Als ich aber in den Garten der Tuilerien kam, waren nur noch einige Volkshaufen dort, die ſich über Desmoulin's Rede unterhielten. Ah, welch ein herrlicher Patriotismus be⸗ lebt auch die Maſſen! Wie iſt ihre Geſinnung ſo ganz
anders geworden! Früͤher kannten ſte keine andre Ehre
als die hingebendſte Pflichttreue gegen den König, un⸗ terwarfen ſich jeder Beſchränkung, der perſönlichen Freiheit und der ungeheuerſten Abgabenlaſt, nur um den König
und Frankreich groß zu machen. Jetzt denkt das Volk
auch an ſich; es will ſich wohlbefinden und etwas gel⸗ 1789. II. 8


