Teil eines Werkes 
2. Th. (1848)
Entstehung
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Aufregung zu Extravaganzen hatte hinreißen laſſen und

unwillkührlich zu einer ihr traurig vorkommenden Be⸗

rühmtheit gelangt war.

Tauſend Gedanken kreuzten ſich in ihrer Seele und keinen vermochte ſie in ihrer Unruhe feſtzuhalten. Das väterliche Haus war ſo fern und mütterlicher Rath ihr unzugänglich; wenn es auch nicht mit den größten Ge⸗ fahren verknüpft geweſen wäre durch die Haufen des Militärs und der Brigands nach Genf zurückzukehren, dort hatte ſie keine Ausſicht ihre armen Eltern unterſtützen zu können. Sollte ſie vor ihre Gönnerin hintreten und ihr ſagen, daß ſie mit ihrer Lage unzufrieden ſei? Sollte ſie ihre Wohlthäterin gar heimlich verlaſſen, um in irgend einer Familie ein andres Unterkommen

zu ſuchen? Wie ſtand es um ihren Bernard? Zwar zweifelte ſie keinen Augenblick an

ſeiner Liebe und Anhänglichkeit, aber konnte er nicht auch von dem Schwindel ergriffen wer⸗ den, von dem alle Welt befallen war, dem Schwindel alle andern Intereſſen denen der Politik nachzuſetzen? In dieſes Meer von Zweifeln und Möglichkeiten ver⸗ ſunken und mit dem Auge über all die Klippen hinſtrei⸗ fend, woran ihre Hoffnungen ſcheitern konnten, war ſie lange auf⸗ und abgegangen, als ſte plötzlich vor einem Gemälde ſtehen blieb, das ſie noch nicht im Zimmer ge⸗