Teil eines Werkes 
2. Th. (1848)
Entstehung
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In einem Prunkzimmer der reichen und ſchönen Thé⸗ roigne de Möricourt ging langſam und ſchwermü⸗ thig die reizende Charlotte Vanner auf und ab. Sie hatte ſich von dem gehabten Schrecken ſo ziemlich erholt, konnte aber den Gedanken nicht loswerden, daß das Schickſal ſelbſt ihr Zuſammentreffen mit ihrem Otto verhindere. Ganz beſonders peinigend war es für ſie, daß ſie ihrer Beſchützerin nichts von ihrem Verhältniß zu ihm ſagen durfte; denn dieſe war viel zu ſehr von politiſchen Ideen eingenommen, als daß ſie daneben etwas Andres hätte dulden ſollen. 4

Jetzt ging ſie, wie geſagt, tieffinnig im Zimmer auf

und ab, ihre mißliche Lage bedenkend und nach Abhülfe

ſpähend; denn das Gewaltſame und das Männliche, die rückſtchtsloſe Freiheitsſchwärmerei ihrer Freundin war ihr nicht wenig zuwider, obgleich ſie ſelbſt ſich in heftiger