16 Jahre alt, ſo gefiel mir ſchon die Tochter meines Saalnachbars, neben deren Wohnſtube mein Schlafzim⸗ mer war. Ich hatte dem NMaͤdchen allerhand Gefällig⸗ keiten erwieſen, und ſie ſchien dankbar zu ſein. Da mich indeſſen die Natur nicht eben mit großer Schönheit aus⸗ gerüſtet hat, ſo konnte ich an mein Glück gar nicht recht glauben und betrachtete einen Penſionär meines Alters im Hauſe des Saalnachbars immer mit eiferfüchtigen Augen, zumal da er bisweilen mit meiner Geliebten freundlich geſprochen hatte. Eines Abends nun ſah ich meine Schöne an den Waſſertrog vor dem Hauſe gehen, um eine Flaſche voll aus der Röhre einlaufen zu laſſen. Waͤhrend der Zeit aber ging die Thuͤr ihrer Wohnung auf und zu und ich glaubte, mein Nebenbuhler erwarte ſie dort. Obgleich mir nun das Mädchen freundlich zu⸗ nickte, ſo machte ich doch eine überaus finſtre Miene und ſchloß das Fenſter, um etwas in der Nebenſtube zu er⸗ horchen. Hier begannen meine Leiden. Wie verwünſchte ich das Geplätſcher des Waſſertrogs, welches mich am Horchen hinderte, ach und welches mich ſo grauſam täuſchte. Tauſendmal glaubte ich in dieſem Geplätſcher ein Flüſtern zu vernehmen und tauſendmal überredete ich mich wieder, daß ich mich getäuſcht hätte. Mit ange⸗ haltenem Athem und ſtürmiſch klopfendem Herzen lehnte
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