Straßen zuſammenfand und ſich nach dem koͤniglichen Gefäͤngniß hinwälzte.
„Laßt die Gefangenen frei!“ riefen ſte den Wäch⸗ tern zu.
Die Beamten der Anſtalt zeigten ſich und ſuchten den
Soldaten eine andre Richtung zu geben; allein dieſe be⸗ harrten bei ihrem Begehren und wurden immer dringen⸗ der. Da niemand Anſtalt machte die Gefangenen her⸗ auszulaſſen, ſo liefen die Soldaten Sturm, ſtießen die Thüren ein und führten die Gefangnen im Triumph her⸗ aus. Der Tumult verlängerte ſich bis tief in die Nacht.
Am folgenden Morgen waren die Nachahmer des Don Quixote, welcher die Galeerenſklaven befreite, weil man ſie hinführen wollte, wohin ſie nicht gern gin⸗ gen, ſehr zeitig wieder auf den Beinen, begaben ſich zu den Regimentern Elſaß und Darmſtadt, welche dem Seandal des vorigen Tages fremd geblieben waren, und zwangen ſie mit nach den Stadtgefängniſſen und dem Arbeitshauſe leichtſinniger Mädchen zu gehen. Dieſe Er⸗ pedition gelang gleich der geſtrigen; die Gefangenen und die liederlichen Frauenzimmer überſchwemmten die Stra⸗ ßen; auf allen öffentlichen Plätzen ward bis zum Ueber⸗ maß getrunken. Dieſe Ausſchweifungen dauerten bis den


