Teil eines Werkes 
2. Th. (1848)
Entstehung
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ſind Fenſter, Thüren und Dächer demolirt und man er⸗ gießt ſich in's Innere. Die obrigkeitlichen Perſonen hatten ſich noch zu rechter Zeit durch geheime Ausgänge gerettet, aber nun ſtürzt man wüthend über die Kanzlei und die Archive her, zerreißt und zerſtreut die Papiere und Do⸗ cumente und läßt kein Winkelchen undurchſucht. Auch die Keller werden nicht verſchont; man legt ſich unter die Weinfäſſer und berauſcht ſich; bald watet man bis über die Knöchel im Wein. Ein Haufen Betrunkner bringt Wein in den Hüten mit herauf und reicht ihn der tobenden Menge, welche ſich nun gleichfalls berauſcht. Endlich ertönt der Generalmarſch, aber man droht die Stadt an allen vier Enden anzuſtecken, wenn das Militär angriffe. Dies war keine leere Drohung, denn man ſah ſchon Fackeln ſchwingen, welche nach allen Rich⸗ tungen flogen. Da nun die höhern Officiere der Armee noch dazu recht wohl wußten, daß die Bürger nur wegen der Hartnäckigkeit des Magiſtrats revoltirten, ſo wollten ſie nicht zur äußerſten Gewalt ſchreiten, ſondern begnüg⸗ ten ſich die Hauptpoſten zu beſetzen, um eine Brandlegung zu verhüten. Dieſe Unthätigkeit der Truppen ward von den Uebelgeſinnten zu den größten Exceſſen benutzt, ſo daß ſich die wohlhabende Bürgerſchaft erſchrocken zurück⸗ zog und nur Proletarier und Banditen auf dem Platze