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die Hotels der verhaßteſten Magiſtratsperſonen und droh⸗ ten ſie zu demoliren. Noch zur rechten Zeit erſchien die bewaffnete Macht, um die Leute auseinander zu drängen. Am folgenden Morgen machte die Municipalität den Bür⸗ gern mancherlei Verſprechungen, die aber nach langen Deliberationen nicht unterzeichnet wurden. So verging der Montag. Dienſtags den 22. Juli verſammelte ſich das Volk drohender als je vor dem Rathhauſe. Der Commandant eilte mit einigen Detachements Cavalerie herbei, um es wie am Sonntage wieder auseinander zu drängen. Allein der Unmuth der Maſſen war zu hoch geſtiegen, als daß ſie unverrichteter Sache wieder nach Hauſe hätten gehen ſollen. Es erhob ſich ein heftiges Geſchrei:
„Nach dem Stadthauſe!“
„Klettert hinauf!“
„Erſteigt das Stadthaus!“
„Leitern her! Wir müſſen das Stadthaus erſtür⸗ men!“
Und bevor noch die Reiterei etwas hatte ausrichten können, waren eine Menge Leitern angelegt und Seile angeknüpft und 5— 600 Maͤnner kletterten auf allen Seiten an den Wänden empor. So erſteigt ein Volk von Ameiſen das obere Geſtock einer Zuckerniederlage. Bald
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