der ganzen Wahrheit zu unterrichten, die ihm bisher ver⸗ hehlt worden iſt, und um ihn um Zurückziehung der
Truppen zu bitten. Unterdeſſen melden zwei Perſonen,
von den Pariſer Wählern abgeſchickt, de Launoy’'s Treuloſigkeit und Beſenval's verdächtige Handlungs⸗ weiſe. Die Antwort des Koͤnigs athmete die Geſinnung ſeiner Umgebungen und befriedigte die Nationalverſamm⸗ lung nicht. Dieſe ſendet noch eine Deputation an ihn ab und beſchließt ſich die Nacht über nicht zu trennen. Mitten in der Nacht verſchafft ſich der Herr von Lian⸗ court Gehör beim König und enthüllt ihm den wahren Stand der Dinge. Der König ſcheint gerührt, aber der Graf von Artois meint, daß jede Nachgiebigkeit, jedes Zugeſtändniß deren immer mehr herbeiführen müßte.„Ah, mein Prinz,“ ruft ihm Liancourt zu,„ſehen Sie ſich vor! Ihr Haupt iſt geächtet! Ich habe den Anſchlag dieſer ſchrecklichen Aechtung geleſen!“ Entſetzt tritt der Graf von Artois zurück und nimmt ſich vor, die vä⸗ terlichen Abſichten des Königs nicht mehr zu hintertreiben. Der König verheißt dem Herrn von Liancourt ſich am andern Morgen in die Nationalverſammlung zu begeben. Als dieſer den Entſchluß des Königs in der Verſamm⸗ lung verkündet, entſteht ein allgemeiner Jubel, nur Mi⸗
rabeau erhebt ſich mit dem ernſten Wort:„Dieſe Fröh⸗ 1789. II. 2


