Teil eines Werkes 
1. Th. (1848)
Entstehung
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nich begreife; ſaßen Sie denn bis auf den heutigen Tag gefangen?

Bis auf den heutigen Tag. Was habe ich während dieſer Zeit gehofft und gefürchtet, mein Herr; mit welchen Möglichkeiten habe ich mich herumgeſchlagen! Nahrung hatte ich immer reichlich und nur in der letzten Zeit iſt ſie mir kärglich zugemeſſen worden. Aber meine Einſam⸗ keit ward nur durch die Beſuche des Schließers und des Gouverneurs unterbrochen; erſterer ſuchte den Weg zu bereiten, welchen der andre gehen wollte. Noch dieſen Morgen war mein Quälgeiſt in meinem Kerker und ver⸗ hieß mir die Freiheit(die er mir doch nicht geben konnte ohne ſich zu compromittiren), wenn ich ſeinen Abſichten entſpräche. Gleich nach dem Mittagseſſen kam der Schlie⸗ ßer zu mir, um mich, wie er ſagte, zum Herrn von Fleſſeles zu bringen, wo ſich die Tochter des Gou⸗ verneurs befinde; aber er ſperrte mich in ein Zimmer des großen Hofs, deſſen Thür durch einen Haufen Volks ein⸗ geſchlagen wurde. Ich entſprang in den Hof, wo man mich fuͤr die Tochter des Gouverneurs hielt und beinahe verbrannt hätte. Ein braver Mann riß mich vom Schei⸗ terhaufen herab und brachte mich unter dem Geſchrei der Stürmenden: Laßt ſte hinaus, die Tochter der Baſtille! mitten unter das gute Volk der Franzoſen...