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genen Augen von der Wahrheit deſſen zu überzeugen, was das Gerücht von den Geheimniſſen dieſer Zwing⸗ burg geſagt hatte. Einige kriechen in die Souterrains hinab, kommen aber nicht ſogleich zu ihrem Zweck, in⸗ dem dort alle Thüren auch den gewaltigſten Anſtrengun⸗ gen trotzten. Andre beſteigen die Plateformen und geben den noch geladenen Kanonen eine andre Richtung, bre⸗ chen Steine von den Zinnen und laſſen ſte mit Donner⸗ gepolter hinabrollen. Noch Andre begeben ſich in's Rathszimmer, wo man ſo oft ohne Geſetze verurtheilt und eingekerkert hatte. Einige dringen in die Capelle ein, wo ihnen ein Prieſter entgegenruft:
„Hier iſt ein heiliger Ort, hier iſt das Haus des Herrn!“
Die Bürger achten die Heiligkeit des Orts und neh⸗ men nichts von den heiligen Gefäßen und Geräthſchaften als ein Bild des gefeſſelten Petrus, worauf alle Attribute der Sklaverei angebracht waren, ſo daß die unglücklichen Gefangenen, wenn ſie ſich beim Anblick des Bildes zum barmherzigen Himmel erheben wollten, ge⸗ waltſam an die mitleidsloſe Erde erinnert werden mußten.
In dem Hofe, wo die Gefangenen zuweilen einen Spaziergang machen durften, befand ſich vor der Uhr ein Zifferblatt, das von zwei unter dem Gewicht ihrer


