Aber die franzöſiſche Garde, ebenſo menſchlich in ih⸗ rem Siege als ſchrecklich im Kampfe, bittet das Volk um das Leben ihrer Gefangenen. Man klatſcht den Män⸗ nern, welche ſich um das Vaterland ſo wohl verdient gemacht haben, wegen ihres Edelmuthes Beifall zu. Erſt hatte man nur einen allgemeinen Schrei der Rache ge⸗ hört, jetzt ertönt der ganze Grove⸗Platz von dem Rufe:
„Gnade! Gnade!“
„Nach dem Palais⸗Royal!“ rufen andre Stimmen.
Aber der Sergeant der Gardegrenadiere Marqué öffnet das Detachement, welches er commandirt, läßt 22 Invaliden nebſt 11 Schweizern von Salis⸗Samade ein⸗ treten und führt ſte unter dem Jubelruf der Menge über den Platz des Victoires in die Caſernen von Nouyelle⸗ France. Hier finden die Unglücklichen Schutz, Ruhe und Nahrung, bis ſie am folgenden Tage unter die National⸗ garde eintraten. Bernard hatte es ſchon am 14. ge⸗ than.
Kaum waren auf dieſe Weiſe die Invaliden gerettet, als man aus dem Arſenal ein neues Opfer geſchleppt bringt. Es war der Herr von Montbarry, früher Kriegsminiſter, mit ſeiner Gattin. Noch auf der Treppe nach dem Saale der Wähler drohte man ihn vor den Augen ſeiner Gemahlin niederzuſtoßen. Mehr todt als
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