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14ten aus Breſt angekommen war, ſtand dem Kaufmann mit Rath und That bei, ſelbſt nachdem ihn eine Kugel in den Schenkel getroffen hatte. Ueberall kämpfte man mit gleicher Unerſchrockenheit und Begeiſterung.
In der Feſtung dagegen begann Muthloſtgkeit einzu⸗ reißen. Wohl ermahnten die meiſten Schweizer den Gou⸗ verneur auch jetzt noch zum Widerſtande, aber der Ge⸗ neralſtab und die Unterofficiere drängten ihn zur Ueber⸗ gabe des Platzes. De Launoy hatte ſich nicht mit Lebensmitteln verſehen und ſich mit Preisgebung der er⸗ ſten Brücke hinter die ungeheure Maſſe ſeiner Baſtionen zurückgezogen, weil er auf Beſenval's und Fleſſel⸗ les' Verſprechungen baute. Aber es wollte keine Hülfe kommen und doch machten die Stürmenden immer be⸗ denklichere Fortſchritte. Der Mann, welcher beſſer zum Kerkermeiſter als zum Commandanten eines feſten Platzes taugte, hatte gänzlich den Kopf verloren. Ringsumher erblickte er nur Abgründe. Von allen möglichen Maß⸗ regeln ergriff er gerade die gefährlichſte, nämlich die gar keine zu ergreifen.
Wahrhafte Verzweiflung im Geſicht, rennt er den Thurm hinab und langt im Hofe an, als der beſonne⸗ nere Schließer Leclere Wein an die Beſatzung aus⸗ theilt. Er ſieht dieſen kaum an, eilt an eine Kanone im
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