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waltſamer Vorſchlag den andern, die heftigſten Redner ſteigen auf Tiſche und erhitzen die Einbildungskraft ihrer Zuhörer, welche ſich dann gleich der glühenden Lava eines Vulcans durch die Stadt ergießen; im Innern der Häu⸗ ſer findet man nur betrübte Gattinnen, ſchmerzerfüllte Mütter und weinende Kinder; mitten in dieſer allgemeinen Verwirrung ertönt unabläſſig die Sturmglocke von allen Thürmen der Hauptſtadt, in allen Vierteln wird der Generalmarſch geſchlagen, hier und da entſteht auch ein blinder Lärm, überall aber ſchreit man ohne Aufhören: „Zu den Waffen! Zu den Waffen!“
Unter dieſen convulſiviſchen Bewegungen hatte ſich der Ausſchuß der Wähler für permanent erklärt und war Tag und Nacht auf dem Stadthauſe verſammelt. Vor allen Dingen mußte die patriotiſche Armee organiſirt werden. Zuerſt ward das Commando derſelben dem Herzog von Aumont angetragen. Er ſchlug es aus. Nun wendete man ſich an den unerſchrockenen de la Salle. Wie ein alter Römer antwortete er:„Mein Leben und Eigenthum ſind dem Dienſt der Gemeine geweiht!“ Auch opferte er das letztere und ſetzte das erſtere hundertfachen Gefahren aus.— Gleich werden nun Hauptleute und niedere Offieiere ernannt; man verſammelt ſich auf Plätzen und in Gärten; einige nennen ſich„Freiwillige vom Palais⸗


