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Auf der Stelle ward dieſer Entſchluß ausgeführt.
Als die Wähler in den Saal eintreten wollten, war kein Platz mehr; Leute aller Staͤnde drängten ſich unter wildem Geſchrei darin herum. Doch ward das Volk er⸗ mahnt ſich hinter die Barriéren zurückzuziehen, was auch nach einigen Bemühungen geſchah.
Freilich war auch jetzt noch nicht an eine geregelte Berathung zu denken; denn der wilde Haufe ſchrie ohne Aufhören, man möge ſchleunigſt Waffen austheilen und den Befehl zum Läuten der Sturmglocken ertheilen. Sol⸗ daten wollten den Wachpoſten vor dem St löſen; man entwaffnete ſie und th ja vor dem Saale ging ein Bür
adthauſe ab⸗ at die Wache ſelbſt, ger mit dem Gewehr barfuß auf und ab und that ſeinen Schildwachdienſt ſo ernſthaft, als ob alles in der ſchönſten Ordnung wäre.
Im Saale ſelbſt war ein Lärm, daß man ſein eig⸗
nes Wort nicht hören konnte, denn die Wähler zögerten bei der Ungeduld des harrenden V
olks viel zu lange. 1 Endlich ward es das Warten überdrüſſig, überſtieg die Barrièéren auf's neue un
d drängte die Wähler in einen Winkel.
„Waffen! Waffen!“ ertönte es aus hundert Kehlen.
„Einen Befehl zur Bewaffnung der Hauptſtadt!“ ſchrien Andre.


