„Wie ein Verbrecher ſoll ich es fliehen, meine Toch⸗ ter,“ antwortete ihr Vater lächelnd,„und als einen er⸗ ſehnten Retter wird man mich zuruͤckholen.“
Erſt am andern Mittag brachte ein Emiſſär des Her⸗ zogs von Orleans dieſe betrübende Nachricht in's Pa⸗ lais⸗Royal. Der Herzog lachte anfangs darüber als über ein Maͤhrchen, das die Feinde der guten Sache er⸗ dacht hätten, ja einige ſeiner Anhänger behandelten den Berichterſtatter wie einen Verrückten oder auch wie einen Anhänger der volksfeindlichen Miniſter und hätten ihn bald in die Baſſins des Circus geworfen. Als ſte ſich aber noch mit ihm herumſtritten, kamen ſchon neue Nach⸗ richten, die keinen Zweifel mehr geſtatteten.
Wie ein Lauffeuer durchfliegt dieſe Nachricht die un⸗ ermeßliche Hauptſtadt. Die Verbannung eines einzigen Mannes wird als ein Staatsunglück betrachtet. Alles ſchaudert und betrachtet Necker's Fall als das Signal zu den Landplagen der Hungersnoth, des Staatsbanque⸗ routs und des Bürgerkriegs. Wie in den Tagen der Trauer und Trübſal werden ſogleich die Schauſpielhäuſer geſchloſſen, einfache Bürger rufen durch die Straßen, daß alle Luſtbarkeiten eingeſtellt werden ſollen, und man ge⸗ horcht ihnen. Zugleich ſtrömt eine Maſſe Volks nach dem Palais⸗Rohal, nicht ſowohl um ſich von der Wahr⸗


