in Gegenwart der verſammelten Nation wagt man deren geheiligtſte Rechte durch Hofdecrete anzutaſten!
Zum Gluüͤck darf man dieſe Aechtung der Geiſter, welche durch die Umſtände noch ruchloſer wird, dem Monarchen nicht beimeſſen; denn es iſt niemandem mehr unbekannt, daß die Regierungsdecrete nichts als oft wiederholte Fälſchungen ſind, denen das königliche Siegel beigedrückt wird, und die Miniſter geben ſich nicht einmal die Mühe ein ſo ſcheußliches Verfahren zu verhehlen.
Fünfundzwanzig Millionen Stimmen ſchreien nach Preßfreiheit; die Nation und der König fordern ein⸗ müthig das Zuſammenwirken aller Einſichtsvollen im Lande — und nun ſoll ein vorgebliches populares Miniſterium, nachdem es uns mit einer illuſoriſchen und perfiden To⸗ leranz geködert hätte, ſchamlos ſein Siegel auf unſre Ge⸗ danken zu drücken, den Umlauf der Lüge zu privilegiren und die dringend nothwendige Aeußerung der Wahrheit als Contrebande zu behandeln wagen?
Weder wir, meine Herrn, noch ſonſt ein ehrenhafter Deputirter wird ſich inquiſitoriſchen Verordnungen für den Buchhandel unterwerfen, ſondern das Verfahren des Mi⸗ niſteriums ſtets als ein öffentliches Verbrechen betrachten, deſſen Urheber ſchon vor den ordentlichen Gerichten ver⸗ urtheilt würden und in unſerm Falle vor dem Tribunal


