Teil eines Werkes 
1. Th. (1848)
Entstehung
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nach der Kirche des heil. Ludwig begeben wollten. Die zahlreiche Bevölkerung von Verſailles und eine Menge neugieriger Pariſer waren, vom herrlichſten Wetter be⸗ günſtigt, überall zuſammengeſtrömt, wohin der Zug kom⸗ men mußte; alle Fenſter waren mit Zuſchauern überladen und ſelbſt viele Dächer abgedeckt. Bernard bedauerte ſeine armen Landsleute, welche alle Hände voll zu thun hatten, um der Proceſſion nur den nöthigſten Platz zu erhalten.

Schon ſeit längerer Zeit waren verdeckte Wagen an⸗ gekommen, nach 10 Uhr kamen auch die königlichen. Es war eine Pracht, als ob ganz Frankreich im Ueberfluß ſchwömme. Nach einem kurzen Gebet in Notre⸗Dame, d. h. gegen 11 Uhr begann die eigentliche Proceſſion.

Zuerſt traten aus der Kirche heraus die Brüder Fran⸗ eiskaner in ihren bekannten Kutten, die einzigen Mönche, welche ſich damals in Verſailles befanden. Sie eröffneten den Zug. Nach ihnen folgten die Geiſtlichen der beiden Verſailler Kirchſpiele, gleichfalls in ihrem gewöhnlichen Ornate.

Jetzt erſchienen die Deputirten des dritten Standes, in zwei Reihen hinter einander hergehend. Sie trugen Rock, Weſte und Beinkleider von ſchwarzem Tuch, eben⸗ falls ſchwarze Strümpfe, ſeidene Mäntelchen und Mouſſe⸗