4 einzulaſſen und zu bewahren. Sie ſehen ſelbſt, ich würde meinem Berufe untreu werden, wenn ich Ihnen öffnete. Sie werden ſich ſchon gefallen laſſen, in dieſem Zimmer und— in dieſem Schloſſe zu bleiben, ſo lange es mir beliebt.“
Bei den letzten Worten des Unholds funkelten die Augen Charlottens, als gedächte ſte den Mann zu überwältigen; allein ſie ſchien ſich anders zu beſinnen, rannte wie der Blitz nach einem Fenſter und rief ſo laut ſte es vermochte:
„Zu Hülfe, zu Hülfe! Man...“
Weiter konnte ſie nichts ſprechen, denn de Launoy war ihr nachgeeilt, hatte ihr eignes Halstuch ergriffen und verſtopfte ihr dadurch in dieſem Augenblicke mit un⸗ widerſtehlicher Gewalt den Mund. Trotz aller Anſtren⸗ gung konnte ſie ſich aus der feſten Umſchlingung des Un⸗ gethüms nicht losmachen. Das arme Kind brach in hef⸗ tiges Schluchzen aus und ihre Thränen rannen dem Gouverneur über die dürren Hände. Es war das zweite Mal daß ſie weinte, ſeitdem ſie in Paris war, nur daß ſte das erſte Mal, und zwar beim erſten Wiederſehen ihres Geliebten, Thränen der Freude vergoſſen hatte.
„O meine Taube,“ ſagte de Launoy mit einer Stimme, die von der Anſtrengung zitterte, die er zur
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