ſie ſich in der Hauptſtadt der Welt nicht kleinſtädtiſch zeigen wollte; indeſſen war ſie auf ihrer Hut. Er pflanzte ſich ohne Umſtände zur Linken der Jungfrau und ſprach:
„Sie ſcheinen ungern zu bleiben, meine Schöne; ſoll⸗ ten Sie vor mir Furcht haben?“
„O nein,“ antwortete Charlotte lächelnd,„ich fürchte nur die Böſen.“
„Nun, dann können Sie hier ganz ohne Furcht ſein,“ entgegnete de Launoy naͤher rückend und den Arm auf das Sophakiſſen hinter dem Mädchen ausſtreckend.
„Auch wäre es nicht gut, mein Herr,“ bemerkte Charlotte fortrückend,„wenn man in einem Schloſſe, wo die Ungerechtigkeit beſtraft wird, dem Böſen begegnen ſollte.“
„Ach, ich ſollte meinen, Sie hätten nirgends und ſelbſt nicht von den Böſen etwas Böſes zu befürchten; denn wer ſollte neben einem Meiſterſtück der Natur wie Sie ſind etwas Andres als Bewunderung fühlen?“
Bei dieſen Worten faßte er mit ſeiner linken Hand die rechte des Mädchens und umſchlang ihren Nacken mit ſeiner rechten Hand. Charlotte ſtieß einen leichten Schrei der Ueberraſchung aus und ſuchte ſich loszumachen. Aber der Herr von Launoy war trotz ſeiner Hagerkeit
me
ver
nich


