Teil eines Werkes 
1. Th. (1848)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

34

Verzeihen mir Ew. Gnaden noch eine einzige Frage, die ich zu meiner Belehrung thun möchte.

Frage ohne Scheu.

Würde ich nicht in meiner neuen Beſchäftigung ein Agent der geheimen Polizei ſein? Und doch habe ich gehört, daß eine geheime Polizei das Anſehen der Regie⸗ rung ſelbſt untergräbt, indem man vorausſetzt, ſie könne für ihren Zweck blos ehrloſe oder wenigſtens an⸗ rüchige Perſonen gewinnen...

Kluge und gewandte Leute braucht die Regierung, die ihr zu hinterbringen haben, was Böſewichter gegen ihre väterlichen Abſichten ſpinnen... Zur geheimen Polizei in dem Sinne, wie ich ſie nehme, muß eigent⸗ lich jeder lohale Bürger gehören, dem die Wohlfahrt und Ehre des Vaterlandes am Herzen liegen... Aber es iſt Dir ja durch meine Mittheilungen und aus eigner Anſchauung bekannt, daß der große Haufe jetzt an einer Art Trunkenheit leidet, welche ihn die wahre Geſtalt der Dinge verkennen läßt... Unſer erhabener König hat leider keine Argenſon, Sartines und Lenoir, doch beſitzt er Gott ſei Dank eine Menge treuer Anhänger, die in ihrer Geſammtheit einen von dieſen drei Männern aufwiegen dürften.

Ew. Gnaden haben mir keinen Zweifel gelaſſen,