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wenn ſie mit Bildung und Herzensgüte vereinigt iſt.. Doch wann kommt ſie?“
Bei dieſer ſchnellen Frage dachte Bernard unwill⸗ kürlich an das verletzte Siegel, womit ihm Charlottens Brief aus den Händen des Gouverneurs zugekommen war. Indeſſen nahm er ſich zuſammen, um ſein Miß⸗ trauen nicht blicken zu laſſen, und erwiederte ganz einfach:
„Anfangs Mai wird ſte Ew. Gnaden ihre Aufwar⸗ tung machen. Ich weiß von guter Hand, daß ſie ſich herzlich freut, in Ihrer Familie aufgenommen und Ihnen, Fräulein Henriette, vorgeſtellt zu werden.“ 4
„Ah, guter Bernard,“ rief die Angeredete,„mehr kann ſie ſich nicht freuen als ich, weil ſie niemals die Langeweile innerhalb der dicken Mauern der Baſtille ge⸗ koſtet hat... und wenn ich auch zuweilen die Stadt beſuche... 4
„Wir leben nicht gerade in Zeiten, wo man viel Be⸗ ſuche macht,“ bemerkte De Laugnoy. Man muß ſich daran gewöhnen, Wochen und Monate lang ſeine vier Pfähle nicht zu verlaſſen... Alſo Anfangs Mai... ſchön... von der Zeit an kann ich jedenfalls darauf rechnen, an ſchönen Tagen nicht allein in meinem Ge⸗ müſegarten zu ſein, und an Regentagen Rouſſeau's Julie zum zehnten Male anhören... Doch warten wir


