ein, die dritte durch Colmenar laufend, von den Ufern des Meeres nach Granada.
Doch zu der Zeit, wo dieſe Geſchichte beginnt, das heißt in den erſten Tagen des Juni 1519, exiſtirten dieſe Straßen noch nicht, oder ſie waren vielmehr nur durch Pfade vertreten, auf die ſich mit einer un⸗ verſchämten Sicherheit die Füße der Arrieros und ihrer Maulthiere ſetzten.
Dieſe Fußpfade, die man ſelten auf dem platten Lande fand, zogen ſich durch die Schluchten und über die Gipfel mit Alternativen von Steigen und Abhän⸗ gen hin, welche ausdrücklich gemacht zu ſein ſchienen, um. die Geduld der Reiſenden auf die Probe zu ſtellen.
3 Von Zeit zu Zeit wand ſich ihre ſchmale Spirale um einen abſchüſſigen, wie ein rieſiges ägyptiſches Pylon, rothen, heißen Felſen, und der Reiſende ſah ſich ſodann buchſtäblich ſchw ebend mit ſeinem ſorgloſen Reitthiere über dem Abgrunde, in den ſein erſchrockener Blick tauchte.
Je ſteiler der Fußpfad war, deſto brennender wurde der Pelſen und deſto mehr lief der Fuß des Menſchen oder des Maulthieres Gefahr, auf dem Granit auszu⸗ gleiten, den der Tritt der Caravanen, ſeine Rauhheiten brechend, am Ende glatt und ſchlüpfrig wie Marmor gemacht hat.
Hatte man dieſes Adlerneſt, das man Alhama nennt, hinter ſich, ſo geſtaltete ſich allerdings der Weg leichter, und man ſtieg auf einem ziemlich ſanften Ab⸗ hang,— angenommen, man kam von Malaga und ging nach Granada,— in das Thal von Joyena hinab;z ſodann aber folgte auf eine gewiſſer Maßen phyſiſche Gefahr eine Gefahr, welche, weil ſie unſichtbar blieb, bis zu dem Augenblick, wo ſie ſich zu produciren drohte, darum der Einbildungskraft nicht minder gegenwärtig war; von dem Momente an, wo die zwei Seiten des Weges gangbar wurden und in ihren dichten Maanis


