Teil eines Werkes 
1. Bd. (1847)
Entstehung
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86 Cenci. er zurück, als wolle er rückwärts gehen! Der Hen⸗ griff jedoch raſch nach dem Kopfe und zeigte ihn dem olke; dann verhüllte er ihn ebenſo, wie er es mit dem erſtern gethan hatte, und wollte den Koͤrper des jungen Mädchens zu dem ihrer Stiefmutker legen, allein die Bru⸗ der della Miſericordia nahmen ihn aus ſeinen Händen, und da einer derſelben ihn in den Sarg legen wollte, entficl er ihm und ſtürzte von dem Schafott herab. Bei dieſem Falle ſchlüpfte der ganze Körper aus den Kleidern, ſo daß es viel Zeit erforderte, das Blut und den Staub, mit welchem er bedeckt war, wieder abzuwaſchen. Bei dieſem Anblick fiel der arme Bernardino zum dritten Male in eine Ohnmacht, welche ſo tief war, daß man ihm Wein geben mußte, um ihn wieder zur Beſinnnng zu bringen.

Endlich kam die Reihe an Jacob. Er hatte ſeine Mutter und Schweſter ſterben ſehen, und ſeine Kleider wa⸗ ren mit ihrem Blute beſpritzt. Der Henker näherte ſich ihm und entriß ihm den Mantel, und jetzt ſah man, daß ſeine ganze Bruſt von den Biſſen der glühenden Zangen zerriſſen war. Halb entkleidet ſtand er auf und wendete ſich mit den Worten an ſeinen Bruder:

Bernhard, wenn ich Dich in meinem Verhör auf irgend eine Weiſe beſchuldigt habe, ſo habe ich es fälſch⸗ lich gethan, und obgleich ich dieſe Erklärung ſchon wi⸗ derrufen, ſo wiederhole ich in dem Augenblicke, wo ich vor Gott erſcheinen ſoll, daß Du unſchuldig biſt und daß es eine grauſame Juſtiz iſt, welche Dich zu dieſem gräß⸗ lichen Schauſpiele verurtheilt hat.

Dann ließ ihn der Henker niederknien, band ihm die Beine an einen der Querbalken, welche ſich über das Scha⸗ fott erhoben, und nachdem er ihm die Augen verbunden hatte, zerſchmetterte er ihm den Kopf mit einem Keulen⸗