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Die Familie Cenci.
den Augen Eurer Heiligkeit Verzeihung finden werden. Sowie es vom Geſetz vorgeſehene Fälle giebt, in welchen der Vater ſein Kind tödten darf, ſo giebt es deren auch, in welchen das Kind den Vater tödten darf. Wir werden daher ſprechen, wenn es Eurer Heiligkeit gefallen wird uns ſprechen zu laſſen.“
Hierauf zeigte ſich Clemens VIII. ebenſo nachſichtig als er heftig geweſen war, und er hörte die Vertheidigung Farinacci's an, der ſich beſonders darauf ſtützte, daß Francesco von dem Augenblicke an, wo er ſeiner Toch⸗ ter Gewalt angethan, aufgehört hatte Vater zu ſein. Als Beweis dieſer Gewaltthätigkeit führte er die Bittſchrift an, welche Beatrice an Seine Heiligkeit geſandt hatte und worin ſie bat, wie ihre Schweſter gethan, daß der Papſt ſie aus dem väterlichen Hauſe nehmen und in ein Kloſter bringen möchte. Zum Unglück war, wie wir ſchon er⸗ wähnten, dieſe Bittſchrift verſchwunden, und trotz den ſorg⸗ fältigſten Nachforſchungen in der Kanzlei war keine Spur derſelben zu entdecken.
Der Papſt ließ ſich alle Schriften übergeben und ent⸗ ließ dann die Advocaten, die ſich ſogleich entfernten, mit Ausnahme Altieri's, welcher, da er der letzte war, vor dem Papſte auf die Knie fiel und zu ihm ſagte:
„Allerheiligſter Vater, ich konnte nicht anders als in dieſer Angelegenheit vor Eurer Heiligkeit erſcheinen, da ich der Advocat der Armen bin, aber ich bitte Euch des⸗ halb demüthig um Verzeihung.“
Der Papſt hob ihn gütig auf und erwiederte:
„Geht, wir wundern uns nicht über Euch, aber über die Andern, die ſie vertheidigen und entſchuldigen.“
Und da dem Papſte die Sache ſehr am Herzen lag, wollte er die ganze Nacht nicht ſchlafen gehen, ſondern J. 12


