Teil eines Werkes 
1. Bd. (1847)
Entstehung
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106 Der Seeräuber Vane.

behandelt worden war, ſagte geradezu:„Wer einen ſol⸗ chen Vorſchlag machen kann, iſt nicht würdig, ferner ſo brave Leute zu commandiren!“—„Das iſt auch unſre Meinung!“ ſchrien faſt alle übrigen Schiffsleute wie aus einem Munde.

Nur einen Augenblick ſchwieg Vane, ſagte dann dem James Dikam ein einziges Wort in's Ohr und wen⸗ dete ſich faſt zu gleicher Zeit mit den Worten an die Mann⸗ ſchaft:„Ah ſchön, ihr Bürſchchen! Ihr wollt tanzen! Erlaubt, daß ich euch dazu aufſpiele!“ Während das letzte Wort ſeinem wuthſchäumenden Munde entquoll, ergriff er die neben der abgefeuerten Kanone liegende noch brennende Lunte und ſprang damit in die Pulverkammer, Dikam aber benutzte den allgemeinen Schrecken und ließ die Scha⸗ luppe in's Meer hinab.

Ein Weilchen ſtanden die übrigen 25 Seeräuber be⸗ wegungslos und waren weder zu einer Handlung noch zu einem letzten Gebete fähig. Als ſie jedoch ſahen, daß Vane noch zögerte das Schiff in die Luft zu ſprengen, ſchickten ſie eine Deputation an ihn ab, die ihm im Na⸗ men Aller den pünktlichſten Gehorſam angelobte.

„Es iſt zu ſpät, meine Bürſchchen,“ ſagte Vane, ſeine Lunte nach einer offenen Pulvertonne hinneigend; „für euer Benehmen müßt ihr nothwendig eine Lection haben.“

Die ſchauderhafte Lage, worin ſich die Näuber befan⸗ den, ging beſonders dem Steuermann zu Herzen, welcher ſich die bitterſten Vorwürfe machte den jähzornigen Vane ſo gereizt zu haben. Auf der einen Seite kam das fran⸗ zöſiſche Kriegsſchiff immer näher; man konnte ſchon die doppelte Reihe der Kanonen ſehen, die nur eines Winks zu harren ſchienen, um den Tiger zu zerſchmettern; auf