Teil eines Werkes 
1. Bd. (1847)
Entstehung
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104 Der Sceräuber Vane.

„Das wollen wir abwarten,“ ſagte Vane lachend und ſchob dabei den Capitän nach der Schiffsleiter hin, welche dieſer nebſt ſeinem ihm nachfolgenden Bedienten ſchnell hinabſtieg. Ohne ein Wort zu verlieren, durchkroch nun Vane alle Winkel des Schiffs, unterſuchte das Takelwerk wie die Schiffsräume, kehrte nach einem Stündchen wieder auf das Verdeck zurück und ertheilte die Befehle zur Ab⸗ fahrt.

Von dieſer Zeit an war der ſchnellſegelnde Tiger(ſo ward die Corvette umgetauft) das Schrecken aller Meere. Es war noch kein Jahr vorbei, ſo hatte Vane durch das Ca⸗ pern vieler reich beladenen Kauffahrer ſein Verſprechen gegen ſeine Mannſchaft wahr gemacht, er ſebſt aber beſaß ganze Kiſten voll Gold. Man wird wohl vermuthen, daß es bei Vane's Seeräubereien nicht ohne Grauſamkeiten abging; auch nachdem er unermeßlich reich geworden war, ſetzte er ſeine gefahrvollen Züge fort und plünderte und mordete aus Gewohnheit, aus Blutdurſt. Wohl aber iſt es kaum zu glauben und doch nur zu gegründet, daß der Tiger nicht weniger als 10 Jahre lang ſein Unweſen trieb, ohne jemals durch das Geſchütz eines Kriegsſchiffes erlegt zu werden.

Im Herbſt des zehnten Jahres ſchien ihm das Glück einigermaßen den Rücken zu kehren; er war ſchon ein paar Monate im atlantiſchen Ocean umhergeſegelt, ohne einen ordentlichen Fang zu machen; es begegneten ihm nichts als ärmliche Fahrzeuge mit geringfügiger Fracht, die zu nehmen nicht der Mühe lohnte; um jedoch ſeine Mann⸗ ſchaft immer in Uebung zu erhalten, ließ Vane mehrere dieſer Fahrzeuge in den Grund bohren. Vom Monat November an befand er ſich in den Gewäſſern öſtlich von den Vereinigten Staaten. An einem Morgen, bevor es

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