10⁰2 Der Seeräuber Vane.
Eagle etwas Bemerkenswerthes aufſtieß. Als er indeſſen eines Tages durch ein heftiges Unwetter ziemlich weit ſüd⸗ weſtwärts getrieben und etwas beſchädigt worden war, mußte er in einer Bucht von Yucatan anlegen und eine Ausbeſſerung vornehmen. Nun fügte ſich's, daß es einer ſchmucken Corvette von 18 Kanonen in der Gegend auch üͤbel ergangen war; ſie ſchoß an der Bucht vorbei wie ein Pfeil und beugte dann nach einem andern Landungsplatze ein.
„Wie,“ dachte Vane,„wenn man nun einen Ver⸗ ſuch auf das nette Kriegsſchiffchen machte? Aber gewiß nicht für Mats!“ Er theilte ſeinen Plan im allgemeinen ſeinem Dikam mit, dieſer benutzte eine Sendung nach Bauholz zu einer Auskundſchaftung der Corvette und kam mit der Nachricht zurück, die Mannſchaft ſtehe auf dem Punkte, ſich gegen ihren Capitän zu empören, weil ſie ihm den erlittenen Unfall zuſchréibe; er habe vorläufig einige wackre Burſchen durch Geſchenke für den völligen Abfall gewonnen und durch Verheißung angeſpornt; es bedürfe jedenſalls nur einer Gelegenheit für das Schiffs⸗ volk, um den Capitän zu degradiren.
Jetzt verlor Vane keinen Augenblick. Er gewann durch Preisgebung ſeines ganzen Eigenthums mehrere Matroſen, welche von neuem Holz herbeizuſchleppen hatten, nicht zu⸗ rückzukehren, ſondern an einem beſtimmten Platze nach Einbruch der Nacht ihn und Dikam zu erwarten. Alles ging nach Wunſch. Die Verſchwornen ſtürzten mitten in der Nacht unter lautem Geſchrei auf die ſo eben wieder ſegelfertig gewordene Corvette los und riefen:„Es lebe unſer Capitän Vane!“ Das Geſchrei drang bis in die Kazüte des wieder aufgerichteten Schiffes und der Capitän der Corvette ertheilte ſogleich ſeine Befehle— denen keine Folge geleiſtet wurde; vielmehr machte man ihm die bit⸗
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