100 Der Seeräuber Vane.
hübſch die Seehunde das Dingelchen verziert haben! Es ſoll uns gefallen!“ 3
Sowie man dem fremden Schiffe auf Kanonenſchuß⸗ weite nahe gekommen war, gab man den Eagle durch Auf⸗ ziehung der ſchwarzen Flagge als Corſaren zu erkennen und machte ſich auch zugleich ſchußfertig; allein die Ka⸗ nonen konnten ruhen, denn der ſpaniſche Kauffahrer ſtrich ſogleich die Flagge. Dieſe Pinke war ohne Geſchütz und nicht ſtärker bemannt als eine Sloop, obgleich ſie eine tüchtige Ladung nach Neu⸗Orleans bringen ſollte. Man bemäͤchtigte ſich ihrer auf dieſem ſo befahrenen Meere mit einer Keckheit und durchſuchte ſie mit einer Sorgfalt, als ob nicht die geringſte Gefahr zu beſorgen geweſen wäre.
Es ging an die Theilung der Beute, in wie weit ſie in baarem Geld und leicht abzuſchätzenden Koſtbarkeiten be⸗ ſtand, während der Reſt ſpaͤter an die Reihe kommen ſollte. Hier zeigte ſich indeſſen der Capitän doch etwas anders als ihn Dikam geſchildert hatte; er ſelbſt nahm ſich ſo viel davon, daß man in Vane's Mienen leicht ein abſcheuliches Lächeln hätte ſehen können, wenn man vor Arbeit dazu gekommen wäre ihn anzublicken. Zu ſei⸗ nem Unglück ſagte in dieſem Augenblicke ein ſpaniſcher Paſſagier in ſeiner Sprache zu ſeinem Nachbar, daß er es für eine unauslöſchliche Schande halte, wenn rechtliche Leute, wenn Männer von Geburt und Kenntniſſen auch nur einen Fuß auf ein Caperſchiff ſetzten, ohne ihn dann auf's ſorgfältigſte wieder abzuwiſchen. Vane hatte es verſtanden und glaubte erkannt zu ſein.
„Sie ſprechen von unauslöſchlicher Schande,“ fuhr er den armen Spanier an und ſchlug babei an ſeinen Degen; „fühlen Sie Luſt ſie auf der Stelle abzuwaſchen?... Ziehen Sie, oder ich ſtoße Ihnen den Degen durch den Leib!“
—y——r',„,——
—
0
—————


