2 98 Der Seeräuber Vane.
hob, welcher zuweilen von der reichſten Beute, zumal wenn deren Erkämpfung mit großen Gefahren verknüpft geweſen ſei, nicht das Geringſte für ſich genommen habe.
Dem jungen Officier ſchwindelte der Kopf. Beſaß er Reichthümer,— was ließ ſich dann nicht alles anfangen! Um Reichthümer zu erwerben, gab es keinen nähern Weg als den nach dem Schiffe des alten Meats, deſſen Aben⸗ teuer in jedermanns Munde waren. Den Führer da⸗ hin hatte er gefunden, und dieſer war ſeinerſeits ſehr froh, ſeinem Herrn und Meiſter einen geſchickten Officier der kö⸗ niglichen Marine zuführen zu können. Nach Anbruch der Nacht machten ſich die beiden neuen Freunde auf den Weg nach der oben erwähnten Bucht und mit dem erſten Strahl der Morgenröthe waren ſie an Ort und Stelle.
Dikam hatte zunächſt eine geheime Unterredung mit Meats und ſtellte ihm dann ſeinen Freund vor. Der alte Pirat warf einen Blick auf Vane, als wollte er ihn durchbohren, und ſagte dann langſam und gepreßt:
„Vane heißen Sie, Herr Officier von der königlichen Marine?“
„Ja, Capitän!“
„War es nicht ein Vane, der da drüben in Maſſa⸗ chuſetts an der Spitze der Provinzialregierung Unheil an⸗ ſtiftete und ſpäter in England gegen den volksfeindlichen König Karl kein Wort der Verdammung hatte?“
„So iſt es, Capitän,“ erwiederte der junge Vane in edlem Eifer erglühend;„mein Ahn behauptete in Maſſa⸗ chuſetts, man brauche das Fleiſch des Ochſen nicht weg⸗ zuwerfen, welcher getödtet worden ſei, weil er einen an⸗ dern Ochſen getödtet habe, und ſo erhoben ſich die Ver⸗ fechter des alten Teſtaments gegen ihn; in England ſchloß er den Vertrag auf der Inſel Wight mit ab und ſtarb
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