86 Die eiſerne Maske.
s dem Netze
Hat es jemand geſehen als Du ihn au
nahmſt?“
„Nein, gnädiger Herr; niemandem theilen.
„Wie lange haſt Du ihn in Verwahrung?“
„Zehn Minuten; denn ſo lange brauchte ich Zeit bis hierher zu kommen.“
„Für Deine Treue will ich Dir auf ein paar Tage ein Zimmer im Schloſſe anweiſen und Dich herrlicher leben laſſen als Du jemals gelebt haſt.“
Der Fiſcher ward eingeſperrt, aber ſehr reichlich und gut genährt; der Gouverneur verhörte unterdeſſen die Officiere und die Mannſchaft von den Gondeln, gab ihnen nach ermitteltem Thatbeſtand eine tüchtige Naſe und bedrohte ſie mit harter Strafe, wenn ſie ſich noch eine einzige Fahr⸗
ſte würden zu Schulden kommen laſſen.
läſſigkeit im Dien Die Nachbarn und Verwandten des gefangen ſitzenden Fi⸗
ſchers wurden gleichfalls verhört und ſagten insgeſammt aus, daß er nie leſen und ſchreiben gekonnt habe.
Nun erſt ward der Fiſcher, dem es unheimlich zu wer⸗ den begann, ſeiner Haft entlaſſen, reichlich beſchenkt und vom Commandanten mit den Worten fortgeſchickt:
„Geh nach Hauſe, mein Sohn, und freue Dich, daß Du nicht leſen kannſt.“
Es war nicht ſo gar lange nach dieſem Vorfalle, als St. Mars, zum Befehlshaber der Baſtille ernannt, ſei⸗ nem Gefangenen ankündigte, daß er mit ihm eine Reiſe nach Paris machen werde und daß er demgemäß ſeine Be⸗ fehle zu ertheilen habe, welche Effecten er mitzunehmen wünſche. Es läßt ſich leicht denken, daß die Züge unter der eiſer⸗ nen Maske bei dieſer Nachricht nicht die ruhigſten warenn.
ich wollte die Belohnung mit


