Teil eines Werkes 
1. Bd. (1847)
Entstehung
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84 Die eiſerne Maske.

7 Bedeutung verſchwunden, wie es die Maske doch ſein mußte. Ihre Eriſtenz war und blieb daher ein Räthſel.

Wie aus dem geheimen Nachlaß des Miniſters Lou⸗ vois hervorgeht, hatte ſeine Reiſe nach der Margarethen⸗ inſel den doppelten Zweck, einmal Ludwig's XIV. Neu⸗ gierde zu befriedigen, welcher von einem feinen Beobach⸗ ter hören wollte, ob ihm ſein Bruder von mütterlicher Seite wirklich ſo ähnlich ſehe als man ihn hatte glauben laſſen, und dann dem Mann mit der eiſernen Maske im Namen des Königs bei Todesſtrafe jeden fernern Verſuch zu verbieten, ſich zu erkennen zu geben oder ſich ohne Er⸗ laubniß aus dem Schloſſe zu entfernen.

Wer da glaubt, man könne einen Gefangenen durch ſolche Drohungen von ſeinen Befreiungsverſuchen abſchre⸗ cken, der hat ſicher noch nicht gefangen geſeſſen. Außer einer größern Vorſicht, welche ſich Marchiali nun zur Pflicht machte, hatte Louvois' Beſuch keine Folge.

Nicht gar lange nach der Abreiſe des Miniſters ſaß der gefangene Prinz eines Abends einſam am Kamin und hing ſeinen Gedanken nach. Da hörte er plötzlich eine menſch⸗ liche Stimme durch die Kaminröhre herabrufen. Er hu⸗ tete ſich wohl zu antworten, denn wie leicht konnte Lou⸗ vois ihn auf die Probe ſtellen wollen? Doch die Mit⸗ theilungen des Gefangenen über ihm ſchienen ihm endlich das Gegentheil zu beweiſen. Dieſer ſagte zuletzt:

„Ich heiße Dubuiſſon, war früher Caſſirer bei Samuel Bernard, habe mehrere Jahre in der Baſtille geſeſſen und das Schickſal hat gewollt, daß ich in ein Ge⸗ fängniß geſetzt worden bin, von welchem aus meine Stimme zu demjenigen reicht, über welchen Paris und ganz Frankreich ſpricht, ohne ſeinen Stand und Namen

erfahren zu können.“

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