Die eiſerne Maske. 83
Bette gefunden und der edelmüthige St. Mars konnte die ihm verheißenen Wohlthaten nur noch der verwaiſ'ten Familie des vorgeblichen Praktikers ſpenden. Von dem Tage an, wo der unglückliche Barbier das Käſtchen aufge⸗ hoben hatte, konnte man bei Tag und Nacht im Süden der Burg zwei mit einem Officier und ein paar Gemeinen bemannte Gondeln ſehen, welche ſich nur während etwaiger Ungewitter in ein Zelt zwiſchen die Felſenritzen zurückzogen.
Man hörte ſie zuweilen größeren Fahrzeugen zurufen, ſie möchten ſich in der Entfernung halten oder gewärtig ſein mit einer Salve begrüßt zu werden.
Nach dem erzählten Vorfalle mochten kaum ein paar Monate in's Land gekommen ſein, als die St. Margare⸗ theninſel einen ſehr vornehmen Beſuch erhielt. Nämlich der Miniſter Louvois, Ludwig's XIV. rechte Hand, ließ ſich durch St. Mars bei dem Manne mit der eiſernen Maske anmelden.
Wenn der langjährige Hüter des Gefangenen ſich in deſſen Gegenwart nie ſetzte und ihn ſtets mit den größten Zuvorkommenheiten behandelte, ſo fiel es denen ſchon nicht wenig auf, welche zufällig etwas davon bemerkten; wenn aber der Miniſter, welcher ſeinem herrſchſüchtigen Herrn ſtets ohne Umſtände widerſprach und ſonſt gegen alle Welt grob war, wenn ein ſolcher Mann mit dem Gefangenen im Schloßthurme des genannten Eilandes nur höchſt ehrerbie⸗ tig ſprach und ſich nicht herausnahm ſich vor ſeinem Wirthe niederzulaſſen, ſo mußte dies, als es gleichfalls durch einen Zufall bekannt wurde, jedermann im höchſten Grade über⸗ raſchen. Man urtheilte jetzt allgemein, der Gefangene könne nur eine ſehr bedeutende Perſon und nicht viel we⸗ niger als der König ſelbſt ſein. Gleichwohl war weder in Frankreich noch im übrigen Europa ein Mann von ſolcher
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