80 Die eiſerne Maske.
ſen Todesfalles das Schloß nicht verlaſſen und keine Be⸗ ſuche annehmen.“ 1
„Auch nicht die meiner Kinder?“
„Nein.“
„Dann leiſte ich Verzicht auf alle Reichthümer, die ich erwerben könnte.“
Hierauf entfernte ſie ſich mit traurigem Geſicht und machte in der Umgegend bekannt, was ihr begegnet war. Von dieſer Zeit an half St. Mars ſeinem Gefangenen auch ſelbſt beim Ankleiden.
Da dieſer mit der Wäſcherin nicht zu ſeinem Zwecke gekommen war, ſo verſuchte er es auf eine andre Weiſe.
Nördlich nach dem Lande hin war ſein Gefängniß ſo ſcharf bewacht, daß es ihm nicht möglich war mit irgend jemandem ſchriftlich zu correſpondiren; hatte man ihm aber auch ſeit ſeinem Verweilen auf der Margaretheninſel Dinte Feder und Papier entzogen, ſo mußte es doch einem erfin⸗ deriſchen Kopfe wie ihm ein Leichtes ſein, irgend ein Schreibmaterial auszuſpähen und es mit den nöthigen Nachrichten irgend einem Kuſtenfahrer in die Hände zu ſpielen. Er zerſchnitt eins von ſeinen feinen Hemden, breitete es zu einer Zeit, wo ihn ſein Argus eben verlaſ⸗ ſen hatte, auf einen Tiſch aus, ſpitzte ſich eine aus dem Kamine genommene Holzkohle fein zu und begann die Be⸗ ſchreibung ſeines Lebens zu entwerfen, ſo weit es ihm ſelbſt bekannt war, daran knüpfte er die Schilderung ſei⸗ ner Hoffnungen für die Zukunft und bat ſchließlich jeden, welchem die Schrift vor Augen käme, wenn anders ein menſchliches Herz in ſeinem Buſen ſchlüge, ihm, dem un⸗ glücklichen Königsſohne, hülfreich beizuſpringen.
Dieſe Arbeit beſchäftigte den Mann mit der eiſernen Maske mehrere Tage lang. Als er endlich damit zu Stande
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