Teil eines Werkes 
1. Bd. (1847)
Entstehung
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Die eiſerne Maske. 79

darein gegeben, als eines Nachmittags St. Mars plötz⸗ lich in's Zimmer trat und mit ſanfter Stimme aber hoch⸗ rothem Geſichte ſagte:

„Man bedarf Deiner Dienſte nicht mehr, Barbara; erwarte mich im Vorſaale; ich werde Dir einen Poſten an⸗ weiſen, auf welchem Du von Deinen langjährigen Müh⸗ ſeligkeiten ausruhen kannſt.“

Mit einer Verbeugung trat die Wäſcherin ab. Einige Tage ſpäter trug einer von den vertrauten Officieren des Gouverneurs in ſtiller Mitternachtsſtunde einen Kaſten von der Größe eines Sarges an den Begräbnißort. Er war geſehen worden und am andern Tage ging im Schloſſe die Rede, der voenehme Gefangene ſei geſtorben und in der vergangenen Nacht begraben worden. Die Grundloſigkeit dieſes Gerüchtes offenbarte ſich ſchon am dritten Tage, in⸗ dem St. Mars mit ihm in der Dämmerung ſpazieren ging. Was aus der Wäſcherin geworden, weiß niemand zu ſagen, vielleicht hat ihr St. Mars ſeinem Verſpre⸗ chen gemäß irgendwo einen ruhigen Poſten verſchafft.

Einen Tag ſpäter, nachdem man den Commandanten mit dem maskirten Manne im Schloßhofe geſehen hatte, erſchien bei erſterm eine Bäuerin aus Mongin, welche ihm von einem ſeiner vertrauten Officiere zur Wäſcherin für den Mann mit der eiſernen Maske empfohlen worden war. Der Handel war bald richtig; denn man verhieß ihr für ihre Arbeiten einen ſo hohen Lohn wie er wohl kaum je⸗ mals einer Wäſcherin zugeſtanden worden iſt.

„Was für ein Glück!“ rief die Bäuerin in ihrer Her⸗ zensfreude aus,„wie wird ſich mein Mann freuen; wie glücklich werde ich meine Kinder machen!“

„Dies alles wird der Fall ſein,“ ſagte der Schloßcom⸗ mandant,„nur dürfen Sie bis zum Eintritt eines gewiſ⸗