Die eiſerne Maske.
nicht ſehr verwundert waren. Welchen Einfluß nun die Entdeckung des Geheimniſſes auf den Gefangenen hatte, wird ſich ſogleich zeigen..
Drei Tage ſpäter ſtellte St. Mars in der Burg der Margaretheninſel vertraute Officiere als Wächter auf und jeder von ihnen erhielt den Befehl, ſobald ſich der Gefan⸗ gene ohne Maske zeigen oder Miene zur Flucht machen würde, ohne weiteres zu ſchießen. Die vermehrte Aengſt⸗ lichkeit in ſeiner Bewachung entging dem Unglücklichen nicht. Da er nun von Jahr zu Jahr auf ſeine Befreiung ge⸗ wartet und ſich ſtets getäuſcht geſehen hatte, da ihm noch dazu angedeutet wurde, daß man ihn augenblicklich in einen dunkeln Kerker werfen werde, ſobald er ſich beigehen ließe, ohne Erlaubniß das Zimmer zu verlaſſen, mit irgend je⸗ mandem außer dem Schloßcommandanten zu ſprechen oder auch ſich ohne Maske zu zeigen, ſo entſtand in ihm der lebhafte Wunſch ſich auf irgend eine Weiſe, wie es auch ſei, jemandem anzuvertrauen, um einem ewigen Gefäng⸗ niſſe zu entrinnen.
Erwähntermaßen trug St. Mars ſeinem Gefangenen alles Mögliche perſönlich zu; nur in der letztern Zeit war eine alte treue Wäſcherin, welche ſchon auf dem Schloſſe Pignerol Marchiali's feines Linnenzeug beſorgt hatte, in der Gunſt des Commandanten ſo hoch geſtiegen, daß ſie dem maskirten Prinzen die Kragen und Spitzen anle⸗ gen durfte. Leutſelig und freundlich, wie der Gefangene ſtets war, ſprach er auch mit dieſer Frau, welche ihm ein gutes Herz zu verrathen und Vertrauen zu verdienen ſchien. An ſie wendete er ſich jetzt mit großer Vorſicht, nur von weitem ausholend, um endlich auf ſeine Befreiung zu kom⸗ men. So war es mehrere Tage hintereinander ſtufenweiſe
fortgegangen und die Waͤſcherin hatte auch ſtets ihr Wort
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