Teil eines Werkes 
1. Bd. (1847)
Entstehung
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Die eiſerne Maske. 75

Sie dauerte viele Tage hintereinander und ging ganz ohne Unfall zu Ende. Eines Abends ſetzte ſch St. Mars mit Marchiali in eine Sänfte und ließ ſich auf ein Fahr⸗ zeug tragen. Nach kurzem Verweilen auf dem Waſſer lan⸗ dete man an einer kleinen Inſel, welche ein citadellenähn⸗ liches Schloß trug. Dieſes auf der Margaretheninſel gele⸗ gene Schloß war der neue Aufenthaltsort unſres Mannes mit der eiſernen Maske. Man wies ihm ein nach dem Meere hinaus gelegenes Zimmer an, welches mit könig⸗ licher Pracht meublirt war. Wie früher zu Pignerol war St. Mars nun hier Schloßeommandant. Das Leben des Gefangenen war gleichfalls ganz daſſelbe wie in je⸗ nem Schloſſe Savoyens.

Es bleibt uns daher nur übrig einige Dinge hervorzu⸗ heben, welche aus dem einförmigen Leben Marchiali's wie Inſeln aus einem windſtillen Meere hervorragen.

Eines Tages ging St. Mars in dem langen Vor⸗ ſaale auf und ab, welcher nach dem Zimmer des Gefan⸗ genen führte.

Da ſich kein Menſch in der Nähe hören ließ, ſo öͤff⸗ nete er die Thür des Gefängniſſes und begann eine Unter⸗ haltung mit deſſen Bewohner. Kaum mochte dieſe fünf Minuten gedauert haben, als ein junger Menſch die Saal⸗ thür aufriß und ungeſtüm eintrat.

St. Mars ſchlug dem durchlauchtigen Gefangenen, welcher die Maske nicht angelegt hatte, die Thür vor der Naſe zu, ſchloß eiligſt ab, lief dem Eingetretenen haſtig entgegen und fragte ihn mit einer Stimme, deren Erre⸗ gung er umſonſt zu verbergen ſtrebte:

„Haben Sie etwas zu ſehen?“

.„SIch habe Sie an einer offenen Thür ſtehen ſehen.“

„Und hinter derſelben?“