74 Die eiſerne Maske.
tern Entfernungen von dem Mann mit der eiſernen Maske zu reden begann und ſich überall die Köpfe zerbrach, wer er doch wohl ſein möchte, da man keinen bedeutenden Mann des In⸗ oder Auslandes vermißte, gleichwohl aber der Gefangene mit einer Achtung und Ehrerbietung behan⸗ delt wurde, wie ſie nur Fürſten zu Theil zu werden pflegt. Der Mann mit der eiſernen Maske mochte etwa ein Jahr lang im Schloſſe Pignerol geſeſſen haben, als ein Gärtner in der Abenddämmerung nahe an ihm und ſeinem Begleiter St. Mars vorüberſtrich und jenem etwas zuzu⸗ flüſtern ſchien. Dies erſchreckte den Schloßcommandanten im höchſten Grade. Er dachte ſogleich an ein Einverſtänd⸗ niß zwiſchen ſeinem Gefangenen und dem Gärtner, das ſie ja durch irgend ein winziges Zettelchen ermöglicht haben konnten. St. Mars eilte mit Marchiali in deſſen Zim⸗ mer zurück, ſchloß ihn wie gewöhnlich ein und ſetzte ſich dann ſogleich an ſein Schreibepult. Noch in der Nacht ging ein vertrauter Bote nach Paris ab und wenige Tage ſpäter trat der Schloßcommandant in das Zimmer ſeines Gefangenen mit den Worten ein: „Durchlauchtigſter Prinz, es hat Ihrer erhabenen Mut⸗ ter gefallen Ihnen einen ſchönern und geſündern Aufent⸗ halt anzuweiſen. Zugleich läßt ſie Ihnen ſagen, daß die Stunde Ihrer Erlöſung bald ſchlagen werde, und bittet Sie bis zu dieſer Zeit um ausharrende Geduld. Mit Einbruch der Nacht, mein Prinz, werden wir die Reiſe antreten.
7.
Ganz wie auf der Reiſe von Choiſy nach Pignerol
verfuhr man auf der, welche man jetzt antrat.
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