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Pignerol und deſſen Umgebungen, bald aber auch in wei⸗
Die eiſerne Maske. 73
digkeiten des Lebens verſehen hatte, niemand etwas von dem geheimnißvoll eingeſchloſſenen Manne wußte, ſo än⸗ derte ſich das nun freilich. Es mußte ein Arzt herbeige⸗ rufen werden.
Als dieſer in's Zimmer trat, ſah er den Mann mit der eiſernen Maske auf einem prachtvollen Sopha ausgeſtreckt. Trotz dem, daß er abgeſpannt ſchien, machte er ſich etwas zu ſchaffen; er riß ſich nämlich merkwürdigerweiſe mit einer ſtählernen Kneipzange unten am Kinn die Barthaare aus. Der Arzt machte ſpäter bekannt, daß der Patient ein über⸗ aus ſchön gebauter Mann geweſen ſei.
Ueber ſeine ärztliche Behandlung drückte er ſich ſo aus:
„Ich fragte den Gefangenen nach ſeinem Befinden und der muthmaßlichen Urfache ſeiner Krankheit. Er antwor⸗ tete mir mit einer ſanften durch die Eiſendräthe der Maske noch mehr gedämpften Stimme, daß er eine fieberhafte Aufregung durch ſeinen ganzen Körper fühle, die wohl durch eine kleine Erkältung verurſacht ſein möͤchte. Ich bat ihn mir zu erlauben nach dem Schlage ſeines Pulſes zu fühlen und fand dieſen ſieberhaft vermehrt. Bei dieſer Gelegenheit bemerkte ich, daß er eine ſehr feine ſammet⸗ artige aber etwas bräunliche Haut hatte. Da es mir dar⸗ um zu thun ſein mußte mich zu verſichern, ob nicht auch vielleicht ſeine Verdauung gelitten hätte, ſo fragte ich ihn zunächſt nach ſeinem Appetit und bat ihn dann mir ſeine Zunge zu zeigen. Sie war ſehr wenig belegt. Eine paſ⸗ ſende Medicin, welche beſonders einen gelinden Schweiß hervorzubringen geeignet war, den er im Bett gehörig abwartete, ſtellte ihn ſchon den andern Tage wieder her.“
Wichtiger aber als dieſe ärztliche Behandlung war der Umſtand, daß man von dem Zeitpunkt an im Schloſſe


