Teil eines Werkes 
1. Bd. (1847)
Entstehung
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Die eiſerne Maske. 71

ſah; darf ich aus dem Umſtande, daß mir ſchon unterwegs die Augen verbunden wurden, einen Schluß machen, ſo iſt es Ihnen wohl nicht erlaubt mir zu ſagen, in welchem Lande wir uns befinden.“

„Leider, mein Prinz,“ antwortete der Angeredete,„iſt mir die Zunge gebunden. Nur ſo viel darf ich Ihnen mittheilen, daß Sie vor allen Dingen zu vermeiden haben, ſich irgend jemandem zu erkennen zu geben oder Ihr Ge⸗ ſicht ſehen zu laſſen, weil ich ſonſt den ſtrengſten Befehl habe Sie nicht ausgehen und keinen Menſchen zu Ihnen eintreten zu laſſen. Um Ihnen jedoch ſo viel Freiheit als möglich geſtatten zu können, habe ich Ihnen hier eine Ge⸗ ſichtsmaske mitgebracht, in welcher Sie mit den Leuten ſprechen dürfen, denen man den Zutritt bei Ihnen erlau⸗ ben wird.“

Nach dieſen Worten öffnete St. Mars die mitge⸗ brachte Schachtel, nahm die Maske heraus, welche aus ſchwarzem Sammet beſtand und woran das Kinnbackenſtück Stahlfedern hatte, ſo daß man mit dieſer Maske vor dem Geſicht bequem reden, eſſen und trinken konnte. Sie dem Gefangenen hinreichend, ſagte ſein dermaliger Geſell⸗ ſchafter:

„Unterwerfen Sie ſich der Nothwendigkeit, durchlauch⸗ tigſter Prinz! Bedenken Sie, daß Ihre Gefangenſchaft nur kurze Zeit, vielleicht ſehr kurze Zeit dauern kann.“ Mar⸗ chiali griff nach der dargereichten Maske, ſetzte ſie auf, ſchlug den daran befindlichen Eiſendraht um den Kopf herum, ſtellte ſich vor den großen Wandſpiegel und ſagte, als er ſich ein Weilchen betrachtet hatte:

„Sie haben Recht, mein Herr; ſo erkennt mich nicht wer mich liebt oder zu fürchten hat.“

„Ich habe gemeſſenen Befehl,“ jeden Ihrer Wuͤnſche,