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Die eiſerne Maske. 67
Choiſy war immer noch ein Gefängniß geweſen, nur daß die Wachen nicht mehr im Schloſſe ſelbſt weilten ſondern zahlreich in den Umgebungen verbreitet waren. Gegen Morgen ſtieß er auf einige recht wohlgekleidete Civiliſten, ließ ſich mit ihnen in ein Geſpräch ein und war bald ſo vertraut geworden, daß er ſeinen Wunſch ausſprach eine Audienz bei Sr. Maieſtät dem König zu erlangen. Es gab ein Wort das andre. Die ertemporirten Reiſegeſell⸗ ſchafter prahlten mit ihrem Einfluß bei Hofe und hatten den Herrn Marchiali bald völlig für ſich eingenommen. Beim erſten Nachtlager hatte ſich die Geſellſchaft um zwei Mann vermindert und am andern Morgen hielt zufällig ein großer Poſtwagen vor dem Gaſthauſe, welcher nach Paris gehen ſollte. Alle Welt ſetzte ſich ein. Luſtig blies der Ppſtillion in's Horn und ſelbſt der nachdenkliche Mar⸗ chiali ward heiterer, als man ein frugales Frühſtück und
ein paar recht gute Flaſchen Burgunder genoſſen hatte,
welche unter dem Vorderſitz aufgepflanzt geweſen waren. Er ward redſelig. Aber auf alle ſeine Fragen erhielt er nur höfliche und nicht eine einzige befriedigende Antwort. Dies ſiel dem Weltkenner Marchiali natürlich ſehr auf und er vermuthete einen Theil der ganzen ſchrecklichen Wahrheit. Um ſich der Gefangenſchaft(denn dieſe ver⸗ muthete er) zu entziehen, gab er in einem Wäldchen ein natürliches Bedürfniß vor und wolite ausſteigen. Seine Begleiter fühlten ſogleich daſſelbe Bedürfniß und ſtiegen insgeſammt mit aus. Es wurde Mittag. Man mußte ſich mit kalter Küche benügen, wie ſie die vorſichtigen Rei⸗ ſenden bei ſich hatten. Marchiali klagte des Abends über Müdigkeit. Sogleich drückte einer von ſeiner Geſellſchaft an einer Feder und der Fond der Kutſche⸗ verwandelte ſich zalſein bequemes Ruhebette. Am folgenden Morgen bedeu⸗ 5*


