Teil eines Werkes 
1. Bd. (1847)
Entstehung
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66 Die eiſerne Maske.

Er ließ die nöthigen Nachſuchungen machen und die beiden Männer vor ſich in ſein geheimes Cabinet führen. Es war dem Scharfſinn des Cardinals nicht ſchwer dahinter zu kommen, daß man ihm etwas zu verbergen trachtete. Bald durchſchaute er alles, ohne ſich gegen die Fremdlinge darüber auszuſprechen. Er ließ ſie unter Bewachung in ein anſtoßendes Zimmer treten und— ging zur Königin.

Dieſe war wie vom Donner gerührt und mußte beken⸗ nen. Das Ende dieſer merkwürdigen Conferenz war der Entſchluß, dem alten Beaulieu nebſt ſeinem Begleiter Marchiali bei Strafe ewiger Gefangenſchaft anzubefeh⸗ len, daß ſie augenblicklich in einem verſchloſſenen Wagen nach Choiſy fahren und dieſes Schloß nicht wieder verlaſ⸗ ſen ſollten, bis ſie weitere Nachrichten erhalten würden. Ein paar treue Officiere von der Garde begleiteten in Ci⸗ vilkleidung die abreiſenden Fremden.

Welche Veränderung dieſe große Entdeckung in dem Verhaͤltniß zwiſchen Mazarin und der Königin hervorge⸗ bracht haben würde, wenn Erſterer länger gelebt hätte, iſt nicht auszumitteln. Nur ſo viel weiß man, daß der Cardinal, welcher wegen ſeiner ſchon ausgebildeten Bruſt⸗ waſſerſucht nur mit Mühe athmete, bald darauf und zwar den 9. März 1661 ſtarb.

Jetzt glaubte das Mutterherz, eine Warnung dieſer Art werde den Schmerzensſohn zur Vorſicht ſpornen. Sie rief die Wache vom Schloſſe Choiſy wieder zurück und hob die allzuſtrenge Gefangenſchaft auf. Nur weit ſollte ſich Marchjali entfernt halten und auf keinen Fall Paris wieder berühren, bis ſich gewiſſe Umſtände geändert haben würden.

Es war zwei Monate nach dem Tode des Cardinals von Mazarin, als Marchiali ſein Aſyl einſt mitten in der Nacht verließ, um— nimmermehr dahin zurückzukehren⸗